Neues Stromgesetz · Österreich · %%MONTH_YEAR%%
ElWG 2026: Was das neue Stromgesetz für Ihren Haushalt wirklich ändert
Am 11. Dezember 2025 hat der Nationalrat das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) beschlossen — kundgemacht im BGBl. I Nr. 91/2025, zur Anwendung ab 2026. Über Paragrafen wurde viel geschrieben, über die Folgen für Haushalte wenig. Dabei ändert das Gesetz drei Dinge, die jede Stromrechnung betreffen können: dynamische Tarife als Pflichtangebot großer Lieferanten, Energy Sharing von Haushalt zu Haushalt und einfachere Rechnungen. Hier die Erklärung ohne Juristendeutsch.
Die drei wichtigsten Neuerungen für Haushalte
Dynamische Tarife als Pflichtangebot
Große Stromlieferanten müssen künftig dynamische Tarife anbieten: Der Energiepreis folgt dann stundengenau der Strombörse. Bisher war das ein Nischenprodukt einzelner Pioniere wie aWATTar — jetzt wird es zum Standardangebot des Marktes.
Energy Sharing
Selbst erzeugter Strom — typischerweise aus der eigenen PV-Anlage — darf direkt mit anderen Haushalten geteilt oder an sie weitergegeben werden, von Haushalt zu Haushalt über das öffentliche Netz. Das Gesetz baut damit den Gedanken der Energiegemeinschaften weiter aus.
Einfachere Rechnungen
Stromrechnungen sollen einfacher und transparenter werden, damit Haushalte ihre Kosten und ihren Tarif tatsächlich nachvollziehen können. Ein überfälliger Schritt: Wer seine Rechnung versteht, vergleicht auch — und wechselt bei Bedarf.
Dynamische Tarife: Chance und Risiko ehrlich erklärt
Bei einem dynamischen Tarif zahlen Sie für jede Stunde den aktuellen Börsenpreis (plus Aufschlag des Anbieters). Strom ist günstig, wenn viel Wind- und Sonnenstrom im Netz ist — und teuer in Knappheitsstunden. Voraussetzung ist ein Smart Meter, der in den meisten österreichischen Haushalten bereits installiert ist.
- Für wen es sich eignet: Haushalte, die Verbrauch verschieben können — E-Auto in der Nacht laden, Wärmepumpe oder Boiler in günstigen Stunden laufen lassen.
- Für wen eher nicht: Wer seinen Verbrauch nicht steuern kann oder stabile, planbare Kosten braucht. Das Preisrisiko teurer Stunden tragen Sie selbst — ein klassischer Fix- oder Floater-Tarif kann dann die bessere Wahl sein. Die Tariftypen im Vergleich →
- Vor dem Abschluss: das eigene Verbrauchsprofil ansehen und die geschätzte Jahresrechnung im Tarifkalkulator der E-Control vergleichen.
Energy Sharing: Strom teilen statt nur einspeisen
Bisher konnten PV-Besitzer ihren Überschussstrom im Wesentlichen an einen Abnehmer verkaufen oder in einer Energiegemeinschaft organisieren. Das ElWG verankert das Teilen selbst erzeugten Stroms von Haushalt zu Haushalt direkt im Gesetz — etwa an die eigene Familie in einer anderen Wohnung oder an Nachbarn. Für Haushalte ohne eigenes Dach eröffnet das umgekehrt den Zugang zu günstigem Sonnenstrom aus der Nachbarschaft. Die praktische Umsetzung läuft über die Anbieter und Netzbetreiber ab 2026 an.
Was Sie jetzt konkret tun sollten
- Nichts überstürzen: Bestehende Verträge laufen unverändert weiter, niemand muss wechseln.
- Verbrauchsprofil klären: Können Sie nennenswerten Verbrauch in günstige Stunden verschieben? Dann lohnt es sich, die neuen dynamischen Angebote zu beobachten.
- Einmal im Jahr vergleichen: Durch das ElWG kommen 2026 neue Tarifmodelle auf den Markt — der jährliche Blick in den Tarifkalkulator zahlt sich heuer besonders aus. Und wenn ein Angebot passt: der Wechsel dauert maximal drei Wochen.